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Interviewstory


Life Science, Lebensqualität und die Herausforderungen eines globalen Marktes

Forschung und Entwicklung bei Hoechst Marion Roussel gehen neue Wege

 

Das in der Pharmabranche geläufige englische Wort "Life Science" mit "Wissenschaft des Lebens" zu übersetzen, ist sicherlich eine zu einfache Version, um dem Inhalt dieses Fachterminus näherzukommen. Frank L. Douglas, der neue Leiter von Drug Innovation & Approval bei Hoechst Marion Roussel, stellt sich der Aufgabe, Life Science und seine Wirkungsfelder aus Sicht eines international agierenden Pharmariesen genauer zu definieren. Der amerikanische Wissenschaftler und Manager hat die Herausforderung dieser Schlüsselposition in der Abteilung Forschung und Entwicklung angenommen. Mit innovativem, internationalem Management will er pharmazeutische Produkte schneller und besser als bisher entwickeln und auf dem Markt zur Verfügung stellen.

 

Der moderne Manager stellt sich gleichzeitig dem gesundheitsphilosphischen Anspruch, daß die entwickelten Medikamente nicht nur das Sterben verzögern, sondern das menschliche Leben länger körperlich gesund, geistig aktiv und somit rundum lebenswert erhalten. Nach Douglas' Aussagen stellen hundert Jahre physische Lebenszeit nach gegenwärtigem Stand der Medizin kein Problem mehr dar, aber "was sehr viel wichtiger für uns sein sollte, ist die Lebensqualität". Auf die neugierige Frage, ob die Entwicklung eines sensationellen Präparates in Sicht sei, gibt er zur Antwort: "Wie Viagra? Nein! Aber Viagra zeigt sehr klar, daß die Menschen interessiert sind an Lebensqualität." Er betont ganz besonders die Tatsache, daß Hoechst Marion Roussel "auf dem Pharma-Sektor durchschnittlich 2,3 Milliarden Mark jedes Jahr für Forschung und Entwicklung" ausgibt, um dem hohen Ziel "Lebensqualität durch Life Science" Gewähr zu tragen. Seiner Meinung nach ist es besonders für ältere Mitbürger wesentlich, daß "der Mensch rege bleibt und am Leben in der Gesellschaft teilnehmen kann". Trotz dieser gewaltigen finanziellen Anstrengungen sind leider noch keine entscheidenden Durchbrüche bei Extremkrankheiten wie Alzheimer oder Multipler Sklerose zu verzeichnen. Hierzu bekennt Douglas: "Ich habe die Hoffnung, daß uns die Genforschung weiterhilft."

 

Bei der Forschung und der Entwicklung von Lösungen stehen dem studierten Chemiker und Mediziner deutsche, französische und amerikanische Laborteams zur Seite, deren Arbeit er in kommender Zeit mit Mitteln des modernen Projektmanagements durchleuchten will. Für den Standort Frankfurt hat er sogenannte "indepth views" eingeführt: "Die Projekte werden nicht nur in den Gruppen, sondern in der gesamten Forschungsorganisation vorgestellt. Alle diskutieren dann gemeinsam mit hinzugezogenen Experten, die nicht dem Hause Hoechst angehören. ... Jetzt ist das feedback da. Wir haben fast so etwas wie eine Katharsis erlebt." Bezüglich des Niveaus wissenschaftlichen Arbeitens in Amerika und Deutschland kann Douglas keine Unterschiede festmachen: "Beide versuchen, die besten zu sein." Auffallend sei lediglich: "In den (in Deutschland unüblichen; Anm. des Autors) Großraumlaboren können die Gruppen einander sehen; die Kommunikation ist einfacher."

 

Landestypisch unterschiedliche Vorgehensweisen will er nun auswerten, "Traditionelles und Neues zusammenbringen, um die jeweils beste Lösung für alle Problem erreichen zu können". In diesem Sinne und zum Wohle der Menschheit entwickelt sich die Pharmazie hoffentlich zu einer wirklichen "Wissenschaft des Lebens", und nicht der Krankheit.








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