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Bericht


BSI-Jahresbilanz 1998

 

Bei zurückhaltendem, aber gleichbleibendem Verbrauch sind die Faktoren Genuß, Erlebnis und Qualität bei deutschen Spirituosen -Liebhabern kaufentscheidend, so das Ergebnis der Jahresbilanz des Bundesverbandes der Deutschen Spirtituosen-Industrie und -Importeure.

 

Den Hauptgrund für den weiterhin mäßigen Verbrauch von Spirituosen sieht der Verband in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Verbraucher zu einem sparsamen Umgang mit seinem Geld zwingen. Eine Analyse des Verbraucherverhaltens stellt heraus, daß gerade in Zeiten einer schmalen, privaten Geldbörse hohe Qualität, Geschmacksvielfalt und Markenpflege sich als Stabilisatoren der Spirituosenindustrie erweisen. Das bundesweite Angebot ist trotzdem leicht angestiegen und die Angebotspalette 1998 bestand aus insgesamt 725 Millionen typischen 0,7 Liter Flaschen. Der Geschmack tendiert wieder eher zu "Klassikern der geistvollen Getränke". Dies drückt sich in der erstmals wieder ansteigenden Verbrauchskurve von traditionellen "Hochprozentigen" wie "Klarer" und Korn aus. Sie können die Spitzenreiter Halbbitterliköre und Wodka zwar nicht verdrängen, schieben sich aber in der Beliebtsheitsskala auf Platz drei und vier.

 

Im internationalen Handel hingegen sind keine nennenswerte Veränderungen zu verzeichnen. 1998 stagniert der Export mit gut 100 Millionen Flaschen a 0,7 Liter, was einem Wert von 542 Millionen Mark entspricht. Im Bereich der Einfuhren nehmen die 251 Millionen Flaschen ausländischer Erzeugnisse eine Warenwert von 1.070 Millionen Mark ein und besetzen ein Drittel des deutschen Marktvolumens. Der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen sank auch 1998 wieder ab und pendelte sich bei 6,0 Liter pro Person ein. Dies bedeutet einen Rückgang um 1,5 Liter seit 1991. Der BSI deutet dieses Ergebnis als Indiz für maßvolles und verantwortungsbewußtes Konsumverhalten. Er betrachtet deshalb die derzeitigen gesundheitspolitischen Diskussionen um eine reduzierte Vermarktungsfreiheit für alkoholhaltige Getränke als überzogen. "Werbeverbote reduzieren nicht den Pro-Kopf-Verbrauch - und schon gar nicht den Mißbrauch von Alkohol - wie Beispiele in anderen Ländern belegen", mahnte der BSI-Präsident Harald Eckes-Chantre. Staatliche Bevormundungsmaßnahmen seien nicht zielführend, und die Mündigkeit des Verbrauchers dürfe man nicht unterschätzen. Die Aufgabe müsse vielmehr eine Stärkung der Eigenverantwortung sein. Neben diesen drohenden Regulierungen drückt vor allem die Steuer- und Abgabenlast die Geschäftsergebnisse. Solche restriktiven Maßnahmen erschweren lediglich die unternehmerischen Aktivitäten, so die Gesamtaussage des Verbandes. Zudem sei trotz relativ stabiler wirtschaftlicher Situation und der Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank der von vielen erhoffte Aufschwung ausgeblieben. Der BSI fordert eine echte Nettoentlastung der Unternehmen, die sich am internationalen Vergleich orientieren müsse. "Auch in der Spirituosenindustrie gilt es, Arbeitsplätze zu erhalten, wenn nicht gar neue zu schaffen", so Präsident Eckes-Chantre.








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